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#maketheworldabetterplate – Oh Yeah meets Über den Tellerrand e.V.

 

Heute haben wir Über den Tellerrand e.V. besucht. Ein Verein, der Menschen mit Fluchterfahrung in die Gesellschaft integrieren möchte und zusammen mit Menschen ohne Fluchterfahrung an einen Tisch bringt. Über den Tellerrand organisiert Kochkurse für verschiedene Zielgruppen, bietet eine mobile Küche, die an unterschiedlichen Stationen in Deutschland Halt macht, aber veranstaltet auch Lesungen, gemeinsames Singen und Fußball spielen. Der Verein finanziert sich über die Einnahme von bereits veröffentlichten Kochbüchern, aber auch durch Spenden und Projektmittel. Mit den Einnahmen unserer kommenden Oh Yeah Tagebuchlesung #8 unterstützen wir Über den Tellerrand.

Wir haben Esther und Hameed getroffen, die uns Frage und Antwort standen. Esther ist bereits seit ein paar Jahren dabei, koordiniert als erster Vorstand das Satelliten-Netzwerk, das verantwortlich für alle Standorte in Deutschland ist. Hameed kommt aus Jordanien, lebt seit ein paar Jahren in Berlin und arbeitet auch für das Satelliten-Netzwerk.

Was ist Euer Lieblingsessen?
Hameed: Reis mit Fleisch, aber die Hauptzutat, und das ist sehr wichtig, ist gebackene Aubergine. Aubergine ist immer ein wichtiger Teil.
Esther: Ja, das stimmt. Da passt heute auch Dein T-Shirt sehr gut dazu, Hameed! Ich werde diese Frage sehr oft gefragt und normalerweise sage ich meistens was anderes. Aber, weil wir gerade über Jordanien gesprochen haben, ist es der Labneh Käse aus Jordanien. Ich finde das Essen richtig lecker: zum Frühstück Labneh mit Olivenöl und Zatar. Aber ich sage auch oft Pizza, wenn ich die Frage gestellt bekomme. Pizza mit Aubergine am liebsten. Aubergine ist ganz groß!

Was war das Skurrilste, das Ihr bei den Kochkursen erlebt habt?
Esther: Das ist richtig schwer. Also, na gut, große Pannen gab es dann schon mal.
Hameed: Es ist auf jeden Fall immer lustig, und wir haben am Ende natürlich die Süßigkeiten. Wir machen arabische und afghanische Kochkurse zur Zeit. Und auf jeden Fall sind die Süßigkeiten richtig süß. Das ist immer für mich lustig, wenn sich dann die Gesichter der Leute verziehen. Für die Deutschen ist es einfach zu süß.
Esther: Ja! Und die sind ja noch weniger süß als im Originalrezept! Also, den Leuten entgleist das Gesicht oft, wenn sie sehen, wieviel Zucker, Öl und Butter da reinkommt.

Welches Gewürz benutzt Ihr am häufigsten?
Esther: Salz und Pfeffer tatsächlich gar nicht so viel. Ein ehemaliger afghanischer Koch von uns hat sich mal beschwert, dass die Deutschen nur Salz und Pfeffer zum Würzen benutzen, obwohl es ja so viele Gewürze gibt. Unser Gewürzregal ist voll! Auch viele Gewürzmischungen sind dabei. Arabisches Siebengewürz zum Beispiel oder Kumin. Oder Sumac. Und natürlich Salz und Zucker.

Gibt es ein Gericht, dass Ihr besonders häufig kocht, weil die Nachfrage hoch ist?
Esther: Den Salat, den wir am häufigsten machen ist, Tabuleh.
Hameed: Aber wir essen zu viel Tabuleh! Viel zu viel davon!
Esther: Das stimmt, deshalb ist das dann auch eine Sache, die ich nicht mehr so gerne esse. Übergessen! Zu viel. Zu viel Petersilie.
Hameed: Und was wir noch oft machen ist Mahschi. Das ist immer ein Erfolg. Und das ist: gefüllte Aubergine.
Esther: Auch Hummus ist ein Klassiker.
Hameed (lacht): Aber meistens ist es Tabuleh und dann können wir noch überlegen, was dazu kommt.

Eva von Oh Yeah im Gespräch mit Esther und Hameed von Über den Tellerrand

Eva von Oh Yeah im Gespräch mit Esther und Hameed von Über den Tellerrand

Zum Beispiel Tabuleh mit Schweinshaxe? Kommt die Kombination Arabisch-Deutsch vor?
Esther: Doch. Bei den „Fifty Plates of…“ Veranstaltungen, wo fünf verschiedene Gerichte gekocht werden. Da ist die Idee, dass man eine Zutat in den Vordergrund stellt. Zum Beispiel gibt es dann Gerichte zum Thema Kartoffel, dann eben unter anderem aus Deutschland, Spanien, Syrien und Niger. Bei den „Fifty Plates of…“ wird auch relativ international gekocht und es sind auch oft deutsche Gerichte dabei.

Legt Ihr Wert auf gute Nahrung? Kauft Ihr eure Lebensmittel zum Beispiel vor dem Kochen immer auf den Wochenmarkt?
Esther: Die meisten Sachen finden wir in türkischen oder arabischen Läden oder Geschäften. Aber hier in der Nähe ist auch ein Bioladen, die Bioinsel, mit denen wir eng zusammenarbeiten. Wir bekommen dort Restekisten. Wir verwerten da die Sachen, die sie dort nicht mehr verkaufen. Wir bekommen hier im Kiez aber auch oft Rabatte von den Supermärkten. Wir brauchen aber immer relativ spezifische Sachen. Nur mit geretteten Lebensmitteln kochen geht es dann nicht, wenn man was ganz Bestimmtes machen will.

Gibt es ein Lebensmittel oder eine Zutat, an das/die man schwer rankommt?
Esther: In Berlin gibt es alles!

Letzte Frage: Was darf keiner über Euch wissen?
Hameed: Das kann ich nur auf Arabisch sagen, damit es keiner versteht. Aber man könnte sagen, dass Esther und ich nicht kochen können. (beide lachen)
Esther: Ja, das stimmt.
Hameed: Wir kochen hier auch jeden Tag zum Mittagessen. Aber ich bin immer der „Dish-Boy“, weil ich einfach nicht kochen kann!
Esther: Ich bin da sehr pragmatisch. Ich hau immer alles rein, hauptsache schnell und so.
Hameed: Ja, es ist einfach besser, wenn unsere Kollegen kochen.

 

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Mehr Infos findet ihr auf ueberdentellerrand.org. Ihr könnt auf unserer nächsten Tagebuchlesung #8 im Klunkerkranich am 14. März für den Verein spenden und dazu ein paar nette Menschen kennenlernen.

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