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Fürst Blücher und Geheimrat Dr. Oldenburg: #reclaimstreuobstwiesen

Darf es ein „Fürst Blücher, Geheimrat Dr. Oldenburg, gelbe Schafsnase oder ein geflammter Kardinal“ sein? Noch nie von gehört? Wir auch nicht, bis zu unserem  Besuch auf einer wundervollen Streuobstwiese in Philadelphia (Brandenburg), wo wir Lukas Küttner von Ostmost trafen. Mit unserer Tagebuchlesung am 12.9. unterstützten wir Ostmost und den Verein Äpfel & Konsorten, die sich die Rettung alter Apfelsorten und Streuobstwiesen auf die Fahnen geschrieben haben.

Wer und was ist überhaupt Ostmost?
Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Biotopen in Europa, leider sind sie extrem bedroht. In Brandenburg wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Streuobstwiesen abgeholzt und mussten u.a. ökozertifizierten Monoplantagen oder Neubau- und Gewerbegebieten weichen. Wir haben uns dem Schutz und Erhalt der Streuobstwiese gewidmet, einerseits haben wir dafür den Verein Äpfel & Konsorten  gegründet, der alte Wiesen wieder in Wert setzt bzw. neue Wiesen anpflanzt, andererseits haben wir mit Ostmost ein Produkt geschaffen über das jede/r Konsument/in einen kleinen Beitrag zum Erhalt der Streuobstwiesen leisten kann. Wir stellen Cider, Saft und Schorlen her. Für unsere Getränke verarbeiten wir ausschließlich ökozertifizierte Äpfel von Streuobstwiesen und zahlen dafür einen fairen Preis, sodass die LandwirtInnen von ihrem Einsatz für die Streuobstwiesen vernünftig leben können und sich auch in Zukunft für den Erhalt dieser kleinen Regenwälder einsetzen. Neben Saft ist in unseren Schorlen lediglich Wasser und Kohlensäure enthalten, keine Zusatzstoffe oder Haltbarkeitsmacher. Die Süße unserer Getränke stammt ausschließlich aus dem enthaltenen Fruchtsaft.

Wie funktioniert das mit den Streuobstwiesen genau?
Streuobstwiesen sind ein besonderer Ort für Biodiversität. Es leben dort bis zu 5.000 Tier- und Pflanzenarten, damit gehört die Streuobstwiese zu den artenreichsten Lebensräumen in Europa. Leider verfallen viele dieser Wiesen, weil sich niemand mehr darum kümmert. Hier setzt der Verein an, indem der Altbestand gepflegt wird und junge Bäume gepflanzt werden.

Der Neubestand wird dazugepflanzt. Vorab werden Setzlinge gezüchtet, wofür wir zwei Sorten an den Wurzeln abschneiden und mit Wachs verbinden. Die so veredelten Setzlinge werden aufgezogen und gepflegt bis die kleinen Bäume auf den Obstwiesen eingepflanzt werden.

Warum Schorle und nicht den ganzen Apfel verkaufen?
Der Ertrag beim Verkauf von ganzen Äpfeln im Vergleich zu Getränken ist zu klein und die Konkurrenz zu den herkömmlichen 7 Apfelsorten, die im Supermarkt in perfekter Form und Farbe aufgereiht sind, ist zu groß. Die Idee der Apfelsaftschorle ist schnell entstanden, denn durch das Mischen mit Mineralwasser konnten wir unser hochwertiges Produkt im Preis noch etwas senken.

Welche Projekte gibt es bei Euch noch?
Wir fordern die Streuobstwiesen zurück! Deshalb haben wir #reclaimstreuobstwiesen ins Leben gerufen. Die Aktion soll darauf aufmerksam machen, dass wir Streuobstwiesen brauchen und dass wir die Natur nachhaltig nutzen, ohne Wegnahme.

#Bienen
Natürlich schaffen wir mit den Streuobstwiesen einen Lebensraum für Bienen. Und auch hier geht nicht um den größtmöglichen Honigertrag, sondern darum, die Bienen zu erhalten.

Wirtschaftsapfel
Selbst ernten, mosten, Verpackung gestalten und verkaufen? Hier kann spielerisch nachhaltiges Wirtschaften kennen gelernt werden und zwar für alle. Schulen, Kitas und ehrenamtliche Helfer.

Baum-Patenschaften
Pflanze einen Baum und bring die Streuobstwiesen in Brandenburg zurück auf die Landkarte. Ihr könnt die Bäume einpflanzen und auch bei der Ernte mit dabei sein.

Welche Zukunfstvisionen habt ihr?
Eine eigene Kelterei wäre ein Traum! Aber wenn wir realistisch bleiben, dann wäre das so in 20 Jahren vorstellbar. Vorerst würde es uns auch reichen, wenn jeder zweite Berliner einmal im Jahr eine Flasche von unseren Getränken trinkt. Es wäre auch toll, als Multiplikator zu dienen und anderen zu zeigen, wie Streuobstwiesen angelegt werden.

Was darf keiner über dich wissen?
Ich habe mal für 1,5 Jahre bei Coca Cola im Marketing gearbeitet. Da habe ich dann aber aufgehört, weil ich eigentlich immer gegen solch ein Konzern arbeiten wollte, und nicht für ihn.

Zum Schluss ein kleines Schmankerl:
Im Klunkerkranich stehen Bäume von Ostmost. Zur Eröffnung gab es ein paar Bäume geschenkt. Die Idee dahinter war, dass die Bäume nach drei bis vier Jahren Anzucht auf die Streuobstwiese gepflanzt werden. Leider wachsen die Bäume in Isolation und könne sich nicht mehr mit den bisherigen Bäumen auf der Wiese verwurzeln. Aber Glück für alle, die zur Tagebuchlesung am 12.09.18 kommen, denn dann könnt ihr sie ansehen und vielleicht auch einen Apfel ernten.

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