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Mission Possible – Audiodeskriptionen und barrierefreie Filme für alle

Letztens in Berlin-Spandau haben wir Barbara Fickert von Kinoblindgänger gGmbH kennegelernt. An der Havel, in einem Garten direkt am See, saust ein Rasenmähroboter an uns vorbei. Hier findet sich schnell ein sonniges Plätzchen an dem wir Barbara interviewen können und uns einen Einblick in eine ganz andere Lebenswelt ermöglicht wird. Bei unserm nächsten Berliner Kurzfilmabend „Oh Yeah It’s a Shorty“ am 05 Oktober habt ihr die Möglichkeit zu erfahren, wie Kino hörbar gemacht wird.

 

Wie ist Kinoblindgänger entstanden?
Ins Kino bin ich schon immer gerne gegangen. Von Geburt an hatte ich einen Sehrest von 7 %, was im Gegensatz zu heute viel ist. Der Zustand meiner Augen verschlechterte sich mit den Jahren und ich konnte das Kinoerlebnis nicht mehr so genießen, wie ich gern wollte. Über eine Freundin aus der Filmbranche hab ich die App „Greta & Starks“ kenngelernt, die Audiodeskriptionen für Filme anbietet. Während des Filmes wird mir dabei über Kopfhörer erklärt, was gerade passiert. Nach einigen neuen Kinoerfahrungen musste ich leider feststellen, dass viele Filme noch nicht barrierefrei angeboten werden. Ich hab schnell herausgefunden, dass ins besonders internationale Arthouse Filme so gut wie nie deskribiert werden.

Wie ging es dann los?
Wir haben mit Sponsoren und Spendengeldern den Film „Welcome zu Norway“ barrierefrei umgesetzt. Nach anfänglichem Glück konnten wir den Verleih dazu bringen, die Hälfte des Geldes beizusteuern. Einen weiteren Teil hat der DGB Niedersachsen dazu gegeben. Leider war das Anfängerglück. Von anderen Verleihern kam keine finanzielle Unterstützung, ansonsten waren  alle sehr hilfsbereit und haben unseren Einsatz auch kommuzniert. Und Weltkino hat, fällt mir gerade ein, die Bereitstellung der barrierefreien Fassung für den Film Django bei der Greta und Starks App übernommen.

 

Worauf bist du stolz?
Wir konnten immerhin schon sechs Filme barrierefrei machen, darunter ist der Film. „Mein Leben als Zucchini“ und den Berlinale Eröffnungsfilm 2017 „Django“. Ich bekomme oft E-Mails in denen mir gedankt wird und unsere Filmauswahl gelobt wird. Das macht mich stolz.

 

Wie kann man dein Projekt unterstützen?
Vor allem mit Geld, denn alles kommt in den Topf für die barrierefreien Fassungen. Wichtig wäre auch, dass unser Bekanntheitsgrad gesteigert wird. Derzeit steckte ich alle Kraft in meine Initiative. Ich möchte erreichten, dass beim Deutschen Fernsehpreis zwei Kategorien dazu genommen werden, einmal für die Audiodeskriptionen und einmal für die erweiterten Untertitel. In meiner Branche sollte bei den Filmpreisen neben den bisherigen zahlreichen Kategorien auch die Menschen gewürdigt werden, die für eine barrierefreie Fassung sorgen. Für die Initiative konnten wir schon prominente Unterstützer, wie Dominik Porschen und Jasmin Tabatabei gewinnen.

 

Du schreibst gerne und bist auf dem Blog, Blindgänger.com aktiv
Genau. 2014 sollte ich einen Erfahrungsbericht über meine Kinoerlebnisse mit der App schreiben und habe dann Blut geleckt. Nach anfänglicher Skepsis habe ich schnell gemerkt, dass mir das Schreiben über meine Kinoerlebnisse sehr gefällt. Der Blog wird von mir nach jedem gesehenen und gehörten Kinofilm aktualisiert.

Welche Zukunftsvisionen hast du?
Für Kinoblindgänger ist das einfach. Es wäre toll, wenn jeder Film eine barrierefreie Fassung hätte.

 

Was darf keiner über dich wissen?
Mein Mann und ich machen gerne nach unseren Kinoerlebnissen noch Fotostrecken für den Blog. Der letzte Schabernack: Ich habe mein Mission Possible T-Shirt angezogen und wir haben einen Halo-Sprung nachgestellt. Mein Mann hat eine olle weiße Plane aus dem Keller geholt, sie draußen ausgebreitet und mir einen Rucksack und einen Fahrradhelm aufgesetzt, einen Karabiner in die Hand gedrückt bekommen und dann sitze ich da so als wäre ich da gerade gelandet.

 

Berliner Kurzfilmabend Oh Yeah – It's a Shorty #2

WIE BITTE? Wir unterstützen Kino Blindgänger bei unserem kommenden Kurzfilmabend Oh Yeah – It's a Shorty

WANN   Freitag, 5. Oktober, ab 19:30 Uhr 

WO   Im Kino Zukunft am Ostkreuz,  Laskerstraße 5, 10245 Berlin

 

 

 

 

 

 

 

 

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