Projekte
Hinterlasse einen Kommentar

Oh Yeah meets Young & Queer

Wir waren bei Young & Queer, unserem nächsten Spendenprojekt, und durften dort Clara Thoms kennenlernen. Sie ist Mit-Anleiterin der Young & Queer-Gruppe der Lesbenberatung Berlin e.V. für junge Menschen, die Unterstützung beim Umgang mit ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität oder Rassismuserfahrungen brauchen oder die einfach etwas mutiger werden und andere Menschen kennenlernen möchten. Claras positive Art und offene Einstellung hat uns völlig begeistert. Wer sie selbst kennen lernen möchte und mehr zu Young & Queer erfahren will, sollte zu unserer nächsten Tagebuchlesung am 8. Mai in den Klunkerkranich kommen.

Clara, wie ist euer Projekt entstanden?

Bei dem Projekt Young & Queer treffen sich junge Menschen im Alter von 14 und 23 Jahren. Die offene wöchentliche Gruppe ist ursprünglich aus einer Gruppe für junge Lesben entstanden. Dann kamen immer mehr queere Menschen dazu, die sich zum Teil nicht binär verorten. Der Träger ist die Lesbenberatung Berlin e.V., die gibt es seit Anfang der 80er Jahre.

Worum geht’s bei der Jugendgruppe?

Uns ist wichtig, die Teilnehmer*innen zu stärken, es geht um Self- Empowerment. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem sie sich nicht erklären müssen und an dem sie mutiger und selbstbestimmter werden. Manchmal geben wir auch Themen in die Gruppe, das geht von Safer Sex, Outing, queere Fernsehsendungen bis hin zu Diskriminierungserfahrungen, Rassismus oder Gewalt.

Wie kann ich die Gruppe finden und wer darf teilnehmen?

Wer Fragen zu seiner sexuellen oder geschlechtlichen Identität hat, findet die Young & Queer Gruppe im Internet (youngandqueer.de) oder sie wird von Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen oder anderen Personen empfohlen. Die Gruppe ist ein offenes Angebot und jede*r mit Fragen zur sexuellen oder geschlechtlichen Identität ist willkommen.

Was war das Schönste, das dir bei deiner Arbeit passiert ist?

Eine der Teilnehmenden kam vor zwei Jahren zur Gruppe, sie war nicht geoutet und etwas unsicher. Im Laufe der Zeit hat sie sich geoutet und ist jetzt eine der Personen, die die Gruppe gelegentlich mitleitet. Genau das ist Ziel der Leiter*innen – sich auf Dauer überflüssig zu machen. Es ist schön zu sehen, wenn das klappt.

Gibt es ein weiteres Projekt, das du empfehlen kannst?

Ja, Gladt e.V.. Das ist ein Verein, der zur Schnittstelle Rassismus und Queer arbeitet. Lambda würde ich auch gerne empfehlen, die haben das erste queere Jugendzentrum eröffnet.

Welche gute Tat kann, deiner Meinung nach, jeder schnell umsetzen?       

Wer im Alltag Diskriminierungen mitbekommt, der sollte handeln. Nicht wegschauen, sondern dem betroffenen Menschen Hilfe anbieten!

Dein wertvollster Besitz?

Meine Gefühle und mein Körper.

Was würdest du machen, wenn du Königin von Deutschland wärst?

Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit sollten gesehen und gefeiert werden. Wer bitte entscheidet, was die Norm ist? UND: Junge Menschen dabei zu unterstützen, liebevoll mit sich umzugehen, das Selbstbewusstsein stärken.

Was darf keiner über dich wissen?

Ich habe mich am Anfang bei den Sitzungen erst etwas mit privaten Infos über mich bedeckt gehalten. Bei einem Treffen sind wir dann doch etwas ins Plaudern geraten und dann haben meine Teilnehmer*innen versucht mich zu verkuppeln.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.