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Oh Yeah meets Green Film Initiative

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Am 28. Februar ist es soweit. Bei Oh Yeah, it’s a shorty! zeigen wir euch zum dritten Mal die besten Kurzfilme Deutschlands. Zudem geht natürlich der Erlös wieder an ein soziales Projekt. Diesmal die Greenfilminitiative. Und die stellen wir euch jetzt vor.

Wer ist die Greenfilminitiative (GFI) und was hat sie sich zur Aufgabe gemacht?

Die GFI ist eine Initiative zur Förderung von Green Film Production. Sie ist aus dem Forschungsprojekt Climate Media Factory entstanden. Wir wollen, dass Filme nachhaltiger produziert werden. Dafür entwickeln wir Best Practises, informieren Stakeholder und beraten Filmschaffende. 

Kohle, Flugzeug, Fleisch – das sind die großen Klimasünder. Wann habt ihr gemerkt,  dass Filmproduktionen auch einen großen CO2-Ausstoß haben? 

Uns war dies schon frühzeitig vor 2011 bewusst, auch wenn natürlich damals andere Industrien mit deutlichem höherem CO2-Output im Fokus standen.

Bevor es heißt „uuuund Action“: welche Schritte, um einen möglichst CO2 neutralen Film zu produzieren?

Es ist nicht möglich einen CO2-neutralen Film zu produzieren bzw. nur wenn man den CO2-Fußabdruck ausgleicht. Generell geht es darum, dass man frühzeitig in der Planung der Produktion mit am Tisch sitzt und sich alle Departments einsetzen und immer wieder aufs Neue Lösungen finden, um CO2 und Müll etc zu reduzieren. 

Versteht jede*r eure Intention, bewusst und nachhaltig Filme zu produzieren?

Am Anfang war es nicht einfach, das Thema zu vermitteln, eine Filmproduktion ist sehr komplex und Arbeit unter hohem Zeitdruck. Daher war eine Veränderung der Arbeitsweise nicht unbedingt von jedem akzeptiert. Und auch heute noch gibt es viel Überzeugung zu leisten. 

Mit welchen Zahlen und Fakten beeindruckt ihr Filmproduzenten, die ihr von einem möglichst CO2-neutralen Film überzeugen wollt?

Es geht darum effektiver mit den Ressourcen umzugehen und dadurch sogar am Ende die Chance Geld einzusparen. Das interessiert dann doch die meisten auch auf wirtschaftlicher Ebene. Es geht aber ums Prinzip. Allein mit Zahlen wollen wir nicht überzeugen.

Können neue Technologien die Filmindustrie unterstützen?

Neue Technologien haben viele CO2-Einsparungen möglich gemacht. Von der digitalen Filmkamera, über LED Licht, Solargeneratoren und e-Autos geht es viel darum nachhaltige Technologien, die für Filmproduktion geeignet und sinnvoll sind, zu finden und einzusetzen.

Welche Förderer/Unterstützer habt ihr als Partner? Wie könnt ihr supportet werden?

Wir haben mit vielen Förderern kooperiert, sind aber eine unabhängige Initiative, und daher in der Lage an alle Akteure gleichermaßen heranzugehen und unabhängig zu informieren und zu beraten. Der größte Support ist es, selbst nachhaltig zu produzieren und die Vorteile und auch Herausforderungen zu teilen. Für die Arbeit der GFI freuen wir uns über Spenden, aber wichtiger ist es das Thema voranzubringen. 

Wie erfährt die Filmbranche über euch? 

Die GFI war die erste unabhängige Initiative in Deutschland zu dem Thema. Es wurde mehrfach berichtet und so finden uns viele durch googeln. Wir sind durch unsere Pionierarbeit seit 2011 auch gut vernetzt innerhalb der Branche.

Welche Filme sind größtenteils „grün“? Welche habt ihr beraten und unterstützt?

Es gibt eine wachsende Liste von Filmen in Deutschland die nachhaltige Produktionsmethoden angewendet haben. Die Hamburger Filmcomission führt mit dem Grünen Drehpass eine solche Liste. Einige andere auch. Wir würden uns wünschen, dass es eine zentrale Liste gäbe in der auch die Maßnahmen der Filme und Learnings für alle abrufbar sind.

Der Klimawandel ist ein globales Problem: Was wird bereits auf internationaler, EU- und Deutschland-Ebene für den CO2-Ausstoß in der Filmbranche getan?

Es gibt von Förder- wie auch Produzentenseite positive Entwicklungen mit Selbstverpflichtungen und Bestrebungen auch Anreize zu schaffen. Wir hoffen, dies wird in den nächsten Jahren stärker Fuß fassen bzw. im Filmfördergestz konkret verankert werden. 

Können Zuschauer sehen, welche Filme „grün“ produziert sind?

Häufig wird dies inzwischen im Abspann erwähnt. Manchmal wird dies auch kommuniziert von den Produzenten. Vielleicht wird es mal einen Eintrag bei IMDB geben ob der Film green produziert wurde. Wobei auch hier Unterschiede bestehen, ob nun wenig oder viel gemacht wurde um den CO2-Fußabdruck zu senken. Green Washing ist, wie in jeder Industrie, auch beim Film potentiell ein Thema. 

Seid ihr auch in der Politik aktiv?

Wir sprechen mit Politikern und Verbänden und bemühen uns, z.B. beim neuen Filmfördergesetz das Thema mit anzubringen. Zum Glück gibt es inzwischen auch viele Verbände, die sich dem Thema angenommen haben. Wir sind daher schon lange nicht mehr wie 2011 die gefühlten Einzelkämpfer.

Was können wir als Zuschauer tun, um euch und einen niedrigen Ausstoß in der Filmproduktion zu unterstützen?

Ihr könnt den Produzenten, Schauspielern und Regisseuren eurer Lieblingsfilme Fanpost schreiben und sie bitten darüber nachzudenken, dies beim nächsten Film umzusetzen. 

Kommt hier her:

28. Februar in die Zukunft Ostkreuz, wir starten ab 19:30 Uhr

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